Gesund mit Gewaltfreier Kommunikation: Die wissenschaftliche Grundlage für verbesserte Immunfunktionen durch Empathie

von Sarah Peyton
Unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden fängt bei unseren Neuronen an Gefühle, die uns übermannen, laugen uns auch aus. Wenn wir im Angesicht unserer Gefühle keine Wahl haben, seien es ständige Angst, andauernde Panik, unterschwellige Wut oder nicht enden wollende Trauer, dann nagen sie an unserem Wohlbefinden und unserer Fähigkeit, mit Stress umzugehen.
Gewaltfreie Kommunikation (GFK) lädt uns zu einer Praxis ein, in der wir benennen, welche Gefühle in uns präsent sind und aus welchen tiefen Bedürfnissen unsere Wünsche stammen.


Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Benennen der Gefühle uns helfen kann, uns zu beruhigen, indem es den Fluss elektrischer Energien und Informationen im emotionalen Zentrum des Gehirns, der Amygdala, verändert. (Tabibnia et al., 2008)

Auf der anderen Seite gibt es auch Untersuchungen, die zeigen, dass die meisten von uns nicht
daran glauben, dass es etwas helfen soll, Gefühle in Worte zu fassen. Wir glauben nicht, dass es uns
besser geht, wenn wir die Dinge benennen, selbst wenn die Effektivität dieses Ansatzes auf fMRTs1
gezeigt werden kann. (Lieberman et al., 2011) Und doch ist es so, dass das Benennen unserer
Gefühle und das Verstehen der darunterliegenden Botschaft uns tatsächlich beruhigt und in
Gegenwart einer mitfühlenden Person zu warmen, vertrauensvollen Beziehungen beiträgt,
unabhängig davon, wie alt wir sind. Wenn wir diese Beziehungen in uns aufnehmen (sie in unser
Gehirn importieren und sie als Erinnerungen mit uns tragen), hilft uns das, uns in der Welt sicherer
zu fühlen. (Saunders et al., 2011) Das kann unerwartete lang andauernde Folgen haben. Unter
anderem verbessert es unser Immunsystem, unsere Widerstandskraft gegen Depressionen und
posttraumatischem Stress, sowie unsere Beziehungen zu anderen und zu uns selbst. (Cassidy et al.
2013)
Wenn es unserem Organismus gut geht, dann erleben wir Stadien von Gelassenheit, tiefer
Entspannung, Freude, Begeisterung, wir spüren, dass wir beitragen können, und erleben entspannte
soziale Verbindungen. Wenn wir positive Emotionen spüren, dann erleben wir auch das Gefühl von
Sicherheit, das unserem Nervensystem erlaubt, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu
optimieren, unsere Immunreaktionen voll zu aktivieren und insbesondere die Aktivität der peripher
zirkulierenden natürlichen Killerzellen und die peripheren Dopaminpegel zu erhöhen. (Matsunaga,
2008) Außerdem können Verbesserungen bei Blutdruck, Stresshormonen, Verhalten und sogar
Genexpressionen beobachtet werden. (Barak, 2006)
Es gibt sehr wenige wissenschaftliche Forschung, in deren Konzeption und Umsetzung GFK
Empathie verwenden wird. Allerdings wurden einige Untersuchungen über die Auswirkungen von
Teilen des GFK-Prozesses auf unsere Gesundheit und unser Stressmanagement unternommen.
Dieser Artikel verbindet diese Forschung mit unserer Erfahrung des GFK Prozesses. Wir leiten
daraus ab, warum Menschen, die Selbstempathie praktizieren, langfristige gesundheitliche
Verbesserungen erleben. Um dieses Material anschaulich darzustellen, werde ich Erlebnisse aus
!1 fMRT: Funktionelle Magnetresonanztomographie (Anm. d. Ü.)
dem „NVC New Depths Program“ berichten (Namen und identifizierende Details wurden geändert,
um Anonymität zu wahren). NVC New Depths wurde speziell entwickelt um den GFK Prozess so
zu unterrichten, dass er Gesundheit und Wohlbefinden unterstützt.
In diesem Artikel wird über drei Arten von Erfahrungen berichtet, die Untersuchungen zufolge
unser Nervensystem beruhigen können: warme Gemeinschaft, das Benennen von Emotionen und
die Neubewertung schwieriger Situationen. Wir werden sehen, wie die GFK diese drei Arten von
Erfahrungen herbeiführt und wie dadurch zu einem erlebten Gefühl von Sicherheit und
Anerkennung beigetragen wird. Es kann sich sogar die Stimmung unserer automatischen Gedanken
dadurch ändern, die wie ein Standardmuster in unserem Gehirns wirken. Durch diese
unterschiedlichen Effekte, tragen diese Erfahrungen viel zu unserer Gesundheit und unserem
Wohlbefinden bei.
Schließlich werden wir die Heilung von Traumata behandeln und darlegen, wie der Fokus von New
Depths, die GFK zur Integration von Erinnerungen zu verwenden, ebenso zu Gesundheit beiträgt.
Beginnen wir mit den drei Arten von Erfahrungen, die unser Nervensystem beruhigen, zuerst das
Erleben einer unterstützenden Gemeinschaft, wie sie in GFK Gruppen geschaffen werden kann:
Regulierende Erfahrung #1: warme Gemeinschaft
Als menschliche Tiere sind wir sozial und dazu geschaffen, zu unserer Familie, sozialen Gruppe
und Gemeinschaft dazuzugehören. Dieses Bedürfnis nach Zugehörigkeit liegt so tief, dass es sehr
negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann, wenn wir Ausschluss erleben. Ein
andauerndes Erleben von Ablehnung und Isolation kann sogar die DNA Übertragung in unsere
Immunzellen beeinträchtigen. Diese Störung beeinträchtigt das Denken, unsere Willenskraft und
Ausdauer, sowie unsere Fähigkeit soziale Signale zu lesen und soziale Fähigkeiten anzuwenden. Es
vermindert außerdem unsere Fähigkeit, unsere Emotionen intern zu regulieren – was alles dazu
beitragen kann, uns in selbstzerstörerischem Verhalten gefangen zu halten, die genau die Isolation
und Ablehnung reproduzieren, vor der wir uns fürchten. (Cacioppo, Patrick, 2012) Soziale
Ablehnung ist oft der Vorbote von Depression, vermutlich vermittelt über lang anhaltende
Entzündungen, die durch Widerstand gegen Glucocorticoide, Katecholamine, Innervation in die
Immunorgane und das Altern von Immunzellen verursacht wird (Kiecolt-Glaser, 2009; Slavich et al,
2010).
Das heißt, wenn wir einsam sind, sinken unsere endogenen Opioide ab und Cortisol nimmt zu, wir
haben schneller Angst und unsere Immunsystem leidet. (Panksepp, 2013; Cacioppo and Patrick,
2012)
Wenn wir Beziehungen haben, die sich durch gegenseitiges Interesse daran auszeichnen und in
denen innere Gefühle, Gedanken, Wünsche und Freuden geteilt werden, ändert sich unsere
Wahrnehmung der Welt. Dinge, die normalerweise besorgniserregend für uns sind, werden weniger
bedrohlich, Hügel weniger steil und Schocks weniger schmerzhaft. (Coan et al, 2013) Je sicherer
wir in einer warmen, unterstützenden Gemeinschaft eingebettet sind, umso sicherer fühlen wir uns,
umso leichter haben wir es, uns selbst zu regulieren, umso weniger Bedrohung erleben wir, und
umso besser ist unser Gesundheitszustand, was uns als Säugetiere schneller heilen lässt (Courtney,
2004). Es geht uns nicht nur besser, wenn wir in unserer Gemeinschaft sind, sondern wir fangen
auch an, dieses bessere Gefühl in uns aufzunehmen und tragen es mit uns, wenn wir woanders sind.
So nehmen wir die Liebe und Fürsorge der Gemeinschaft als Fern-Unterstützung mit, selbst wenn
diese Menschen bereits gestorben sind. (Coan, Beckes and Allen, 2013)
Teil der GFK ist die gelebte Erfahrung, mit Wärme gehalten zu werden, oft zum ersten Mal in
unserem Leben. Dies geschieht zum Beispiel in Kreisen, wie dem unten beschrieben:
Elissa: Es ist schwierig darüber zu sprechen, aber seit mein Mann gestorben ist, kann ich nicht
mehr lachen. Das ist so, als würde der Impuls, das Leben genießen zu wollen, in meinem Bauch
anfangen und nach oben steigen, aber wenn er mein Zwerchfell erreicht, stirbt er.
Der Kreis sitzt einen Moment lang in Stille, dann gibt es eine Runde, in der behutsam Gefühle und
Bedürfnisse erraten werden:
„Bist du traurig und möchtest Trauern?“
„Fühlst du dich leer und sehnst dich danach, zu wissen, dass dein Leben immer noch einen Sinn
hat?“
„Bist du erschüttert, wenn du an die Zerbrechlichkeit des Lebens denkst? Brauchst du Sicherheit?“
„Wenn du an deinen Mann denkst, fühlst du dich einsam und wünschst dir Gemeinschaft?“
Elissa: „Das hilft mir, mich zu verstehen. Ich bin wütend auf mich selbst, weil ich erleichtert bin,
dass er fort ist. Ich liebe ihn. Aber die Beziehung war schwierig und kompliziert. Jetzt, hier mit
euch, kann ich die Wahrheit sagen. Und ich bin nicht allein mit der Komplexität. Ich fühle, wie
diese harte Grenze an meinen Rippen sich auflöst. Natürlich war es schwer. Natürlich war ich
erleichtert. Und das heißt nicht, dass ich eine schlechte Ehefrau war.“
Elissas Erfahrung demonstriert sowohl die Erfahrung der warmen Gemeinschaft, die durch
Empathie entstehen kann, als auch die Erleichterung, die sich einstellt, wenn wir die Wahrheit
benennen und eine Situation mit mehr Mitgefühl zu uns selbst neu betrachten (die nächsten beiden
Abschnitte).
Regulierende Erfahrung #2: Benennen, was ist
Das Alarmsystem des Gehirns filtert alle ankommenden Informationen auf der Suche nach
Anzeichen von Gefahr. Dieses System, das den ganzen Körper umfasst, arbeitet unter der Kontrolle
der Amygdalae, welche Teile der inneren Hirnstruktur sind, tief hinter unseren Augen. Unser
Alarmsystem prüft das, was gerade passiert, permanent darauf, ob es etwas entspricht, das wir
bereits erlebt haben, und informiert uns über alle Gefahren. (Fernández, 2013) Es kann durch
Aktivitäten des Präfrontalen Kortex, welcher direkt hinter der Stirn und den Augen sitzt, wieder
beschwichtigt und beruhigt werden.
Jeden Tag erleben wir kleine Sorgen und Ängste, die unser emotionales Alarmsystem anspringen
lassen, wodurch die HPA Achse aktiviert und Cortisol ausgeschüttet 2 wird, welches uns hilft,
unseren Motor in Gang zu bringen und mit den normalen (und intensiveren) Stressfaktoren des
Lebens umzugehen. Je weniger wir in der Lage sind, uns selbst wieder zu beruhigen, umso mehr
Zeit verbringen wir in diesem Alarmzustand und unser Körper stiehlt Energie, um unser
unmittelbares Überleben zu sichern, die wir dann weniger zur Verfügung haben, um Krankheiten
!2 Die HPA Axis besteht aus Hippocampus, Hypophyse und Nebennierenrinde (Anm. d. Ü.)
abzuwehren und unseren physischen Körper zu reparieren. (Kemeny, 2007)
„Gefühle benennen“ aktiviert die Ressourcen des Präfrontalen Kortex, dessen Aktivität die
Amygdala beruhigt (Payer et al, 2012). Sobald wir beginnen, Verbindungen zwischen Emotionen
und Worten zu ziehen, sinkt die Aktivität in den Amygdalae und dadurch auch die der HPA Achse
und die Ausschüttung von Cortisol, so dass wir wieder in einen ausgeglichenen Zustand finden
können. Verbaler Ausdruck hat auch durch die Entspannung unseres vegetativen Nervensystems
einen starken körperlichen Effekt. (Hoyt et al, 2013)
Wenn uns Wärme berührt und das Benennen von Gefühlen in uns resoniert, fließt Oxytocin. Unser
emotionales Alarmsystem, die Amigdala, wird durch die Neurotransmitter Oxytocin und GABA
reguliert (Panskepp, 2012)
Wir können unsere Gefühle auch nonverbal ausdrücken. Der spontane nonverbale Ausdruck von
Emotionen wie Tränen, Lachen und emotionale Gesichtsausdrücke, die wir in GFK Empathie
sehen, bewirken unmittelbar eine Beruhigung des vegetativen Nervensystems. Je expressiver wir
sind und je mehr wir emotional verarbeiten, umso mehr können wir Entzündungskeime in unserem
Körper reduzieren (ibid.). Die Art, wie Empathiekreise in Ausdruck und Form strukturiert sind, hilft
dabei, die in unserer westlichen Kultur verwurzelte Hemmung von Emotionen zu kompensieren.
Diese kulturelle Hemmung von Gefühlen erhöht die Anfälligkeit für eine Reihe von
gesundheitlichen Problemen. (Berry und Pennebaker, 1993)
Gleichzeitig erhöhte eine verstärkte Aktivität des Präfrontalen Kortex unser Vermögen, für das, was
im Moment um uns passiert, aufmerksam zu sein. (ibid.) Im Präfrontalen Kortex sitzen unsere
Fähigkeiten, bewusst zu handeln, Entscheidungen zu fällen, sowie für Empathie und
Selbstregulation – Fähigkeiten, die zu dem Wort „Weisheit“ zusammengefasst werden können.
(Siegel, 2013) Wann immer wir diese Weisheit aktivieren, beginnen wir auch die Art zu verändern,
wie wir in der Welt existieren, und wir lernen, Situationen neu bewerten zu können, wie im
nächsten Abschnitt beschrieben wird.
Regulierende Erfahrung #3: Neubewertung
Als Elissa sagt: „Natürlich war es schwer. Natürlich war ich erleichtert. Und das heißt nicht, dass
ich eine schlechte Ehefrau war.“ benennt sie ihre eigene Neubewertung und mitfühlende
Neuinterpretation durch die Erfahrung von Empathie.
Noch mehr als das Ausdrücken von Emotionen Ausdruck hat die Fähigkeit tiefe Prozesse zu erleben
(positive Veränderung der kognitiven Einschätzung; erlebtes Involviert sein; Verbesserung des
Selbstwertgefühls; und die Entwicklung anpassungsfähiger Strategien) deutliche Verbesserungen
unseres Wohlbefindens zur Folge. Alle diese Aspekte tiefer Prozesse sind die Folge von tiefer
Empathie. Das Durchleben tiefer Prozesse ist so vorteilhaft, dass es das langfristige Überleben von
Menschen mit HIV verbessert, sogar noch mehr als emotionaler Ausdruck. Die CD4+ Immunzellen
werden erhöht und die Anzahl Viren verringert. (O’Cleirigh et al, 2003)
Wenn sich die Amygdala in der Gegenwart schwieriger Erinnerungen oder Erfahrungen beruhigt,
kann ein anderes Organ des Gehirns, der Hippocampus, uns dabei helfen, die Situation neu zu
bewerten. Der Hippocampus reguliert unsere Emotionen und trägt zu unserem Immunsystem bei.
Aktuelle Forschung legt nahe, dass es unsere langfristige Gesundheit verbessert, wenn wir unsere
Möglichkeiten ausweiten, schwieriger Situationen einzuschätzen und unsere emotionalen
Reaktionen darauf verändern zu können. Das ist besonders für akute und unmittelbare
Stressfaktoren relevant oder solche, die unseren sozialen Status bedrohen oder andauernde
Anstrengung erfordern. (Denson et al, 2009) Jeder dieser Typen von Stressfaktoren wird durch
einen anderen Aspekt der tiefen Prozessarbeit angesprochen. Wir wenden uns nun der Frage zu, wie
bei akuten und unmittelbaren Stressfaktoren geholfen werden kann: Die Arbeit mit Trauma.
Die Heilung von Trauma integrieren
Die tiefen GFK Prozesse, auf die wir uns in New Depths konzentrieren, behandeln drei
Hauptkategorien von Trauma. Die erste ist aktuelle oder anhaltende Verzweiflung, wie ein
Schicksalsschlag, der gerade passiert ist, oder das Leben mit häuslicher Gewalt oder Mobbing am
Arbeitsplatz. Die zweite Kategorie sind einzelne Traumaerfahrungen aus der Vergangenheit, wie ein
Autounfall, ein Erdbeben oder eine Vergewaltigung. Drittens können wir durch wiederholte
traumatische Erfahrungen aus der Vergangenheit betroffen sein (wie wiederholte Misshandlungen)
oder auch durch Bindungstrauma durch frühe Kindheitserfahrungen, dadurch dass wir auf eine Art
erzogen oder betreut wurden, die damals schwer für uns war.
1. Aktuelles Trauma: Unmittelbare resonierende Fürsorge und Unterstützung bei
Änderungen im Lebensstil
Eine der furchtbarsten Erfahrungen für alle, die Empathie geben, ist es zu wissen, dass derjenige,
der die Empathie bekommt, sich in einer Situation andauernder Bedrohung befindet. Das schließt
aktive (Drogen-)Abhängigkeiten, die Weigerung eine Krankheit zu behandeln, häusliche Gewalt,
Mobbing am Arbeitsplatz oder unsichere Lebensumfelder ein. Solche akute Gefahr hat
naheliegenderweise Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden.
Empathieprozesse laden Menschen ein, Unterstützung für Veränderungen ihres Lebensumfeldes zu
finden und Ressourcen zu mobilisieren, um das zu überleben, was nicht verändert werden kann. Sie
helfen, den Unterschied zwischen dem Gefangen-Sein eines Kindes und den Fähigkeiten und
Wahlmöglichkeiten, die die meisten Erwachsenen haben, zu sehen.
Der letzte Punkt ist wichtig. Selbst wenn für einen Beobachter alles sicher aussieht, können die
Lasten, die wir bewusst oder unbewusst aus der Vergangenheit mit uns herumtragen, es uns
unmöglich machen, uns innerlich sicher zu fühlen. Anstatt einer Neurowahrnehmung (die Neuronen
wissen) von Sicherheit erleben wir eine andauernde Wahrnehmung von Unbehagen und Gefahr.
Weil diese Gefahr auf der neuronalen Ebene „gewusst“ wird, fühlt sie sich als absolute Wahrheit an.
Wir können in einer Umgebung leben, die uns den Gefahren der Gegenwart gegenüber
unverwundbar macht, und es trotzdem als unmöglich erleben, uns zu entspannen und unser System
das tun zu lassen, wofür es gedacht ist: Nährstoffe aufzunehmen, Krankheiten zu bekämpfen, uns zu
heilen und unsere Zellen zu erneuern. Wir kann das sein? Warum können wir uns selbst nicht
einfach beweisen, dass wir sicher sind, indem wir die fehlenden Gefahren in unserer Welt sehen?
Wir werden es gleich sehen.
2. Einzelne Traumaerfahrungen aus der Vergangenheit: Die Rolle des impliziten
Gedächtnisses
Wenn wir verstehen, was mit „Lasten aus der Vergangenheit“ gemeint ist, können wir das Paradox
verstehen, warum gegenwärtige Säugetiere sich in der Vergangenheit verlieren können. Wir
Menschen haben die wunderbare Fähigkeit, uns etwas vorzumachen, und können unsere „bekannte“
Realität aus den fünf bis sieben Informationsstückchen zusammensetzen, die unser bewusster
Verstand zur gleichen Zeit halten kann, während unser fast unendlich komplexes Gehirn Millionen
anderer möglicherweise ankommender Sinneseindrücke, Erfahrungen und Gedanken filtert.
Um die Sache komplizierter zu machen, hat der Teil unseres Gehirn, der dieses Filtern nach
emotional Auffälligem übernimmt, die Amygdala, kein Zeitgefühl. (Siegel, 2013) Für die Amygdala
verläuft unser Leben nicht in einer linearen Zeit. Alles, was uns jemals widerfahren ist, das
schmerzhaft oder beängstigend oder emotional wichtig war, ist ein Durcheinander ohne
Zeitstempel, nur durch Gemeinsamkeit der zugehörigen Emotionen organisiert. Der knurrende
Hund als wir drei waren ist genauso wichtig wie der verärgerte Chef gestern – wir wissen nicht,
dass wir nicht mehr drei sind, während wir dem verärgerten Chef gegenüberstehen. Für die
Amygdala passiert alles, was uns jemals passiert ist, genau jetzt.
Glücklicherweise für unser Überleben, aber tragisch für unseren gesunden Menschenverstand, hat
die Amygdala die Möglichkeit, die vernünftigen Anteile unseres Gehirns herunterzufahren, um
unser Überleben zu sichern. (Siegel, 2013) Daher können Ereignisse, Wahrnehmungen und
Sinneseindrücke, die ungefähr mit dem übereinstimmen, was wir schmerzhaft schon einmal erlebt
haben (Ereignisse aus dem unbewussten Gedächtnis, die gespeichert, aber nicht bewusst „erinnert“
werden) uns in gegenwärtige emotionale Reaktivität entführen. Wir glauben dann, dass das, worauf
wir aus der Vergangenheit reagieren, eine gegenwärtige Gefahr ist.
Mittlerweile wurde eine Fülle von Belegen gesammelt, die den Effekt von schmerzhaften, nicht
verarbeiteten, impliziten Erfahrungen auf unsere Gesundheit zeigen. Diese überwältigende Masse
an unverarbeiteten Signalen von Unbehagen und Gefahr scheint für unser hohes Stressniveau
verantwortlich zu sein, was wiederum direkte Auswirkungen auf unser Immunsystem hat. Daher
können wir durch das Benennen solcher Erfahrungen sowohl für das Individuum als auch für ihre
oder seine Familie und durch das aktive Reduzieren von Stress tiefe positive Veränderungen in
Gesundheit und Wohlbefinden bewirken.
Hier ist ein Beispiel von Traumaheilung durch tiefe Empathie (um Lesezeit zu sparen, wurde der
Prozess, der etwas über eine Stunde dauerte, hier verkürzt):
Don: Ich habe festgestellt, dass ich überreagiere, wenn meine Frau unsere Pläne kurzfristig
umschmeißt.
Sarah: Ist das kürzlich passiert?
Don: Gestern.
Sarah: Wenn du dir den Moment vergegenwärtigst, in dem das passiert ist, ist es noch präsent
genug, dass du die Erfahrung in deinem Körper spüren kannst?
Don: Ja. Ich fühle eine Spannung in meiner Brust, mein Blick verschwimmt, unmittelbare Gefahr
und umbestimmte Angst und Verwirrung.
Sarah: Kennst du das? Kannst du ein frühestes Alter benennen, in dem du dich so gefühlt hast?
Don: Ja, als ich 12 oder 13 war und allein.
Sarah: Wie geht es dir, wenn du an diesen Jungen denkst?
Don: Ich mag ihn – ich fühle ein Wärme ihm gegenüber.
Sarah: Lass uns eine Zeitreise zu ihm machen, wenn das für ihn ok ist.
Don: Ja. Er ist erleichtert, dass ich da bin.
Sarah: Was ist deine erste Empathievermutung für ihn?
Don: Bist du verwirrt und wütend? Brauchst du es, vertrauen zu können? Aber er kann vertrauen –
die Erwachsenen in seiner Welt sind nicht verlässlich. Sie sind auf Drogen und Alkohol, Kinder
werden missbraucht – er wird missbraucht. Sein Vertrauen wird ausgenutzt.
Sarah: Vermutest du auch, dass er sich danach sehnt, dass jemand sieht, wie schlimm es war? Dass
er verletzt ist und voll Angst und Schutz braucht?
Don: Ja. Er ist sehr froh, dass ich da bin. Er weiß, dass er mir vertrauen kann.
Mit weiteren Gefühls- und Bedürfnisvermutungen und weiterem Dialog, kann sich der Körper des
Jungen in der Erinnerung entspannen und zur gleichen Zeit entspannt sich auch der Körper des
Erwachsenen in der Gegenwart. Am Ende dieses Prozesses verlässt der Junge die Vergangenheit, in
der er schutzlos war, und wird in die Gegenwart des Mannes aufgenommen, wo er sich sicher und
geliebt fühlt.
Sarah: Lass mich prüfen, wie es nun in Bezug auf die Situation mit deiner Frau steht. Wenn du
daran denkst, dass sie die Pläne geändert hast, wie fühlst du dich jetzt?
Don: Ich kann sehen, wie sie versucht, sich dem Fluss des Lebens anzupassen. Sie versucht gar
nicht, mich damit zu ärgern. Das ist schon ok. Wir werden es überleben.
Dies ist ein typisches Muster für uns alle: Je reaktiver wir waren (das heißt, je mehr Hinweise wir
durch ungeheilte Traumata erhalten), umso mehr Cortisol fließt durch unser System und umso
stärker wird unser Immunsystem auf jeder Ebene lahmgelegt. Wenn wir diese Last reduzieren, kann
unsere Immunfunktion sich verbessern – vom Heilen von Kratzern und der Erholung von
Erkältungen bis hin zur Bekämpfung von Krebs und den epigenetischen Veränderungen, die uns
Stress bewältigen lassen.
Folgende Forschung liefert uns einen Hinweis darauf, was tiefe Empathie bewirkt:
Geruchserinnerung in Zusammenhang mit positiven Emotionen hat erstaunliche Effekte auf das
Immunsystem. Sie führt zur Reduktion entzündungsfördernder Zytokine, Moleküle, die als
Botenstoffe im Immunsystem wirken. (Matsunaga et al, 2013) Dadurch dass Menschen während
tiefer Empathieprozesse so vollständig mit ihrer Vergangenheit verbunden sind und oft am Ende tief
positive Gefühle erleben, spekuliere ich, dass diese Empathieprozesse denselben Effekt auf das
Immunsystem haben.
Diese tiefe Arbeit benennt Trauma und bewertet es neu. Es erlaubt der Erinnerung, eine heilende
Wandlung zu vollziehen, wonach sie nicht mehr in der Amygdala gehalten wird, sondern vom
Hippocampus, der aus der impliziten Erfahrung eine explizite macht. Das gilt nicht nur für einzelne
Traumata, sondern auch für die Heilung von komplexen und entwicklungspsychologischen
Traumata.
3. Komplexes Trauma aus der Vergangenheit: Mehrfaches Vorkommen und Bindungstrauma
Die Effekte von Stress im frühen Leben und der Bruch der Bindung zwischen Mutter und
Neugeborenem (frühe mütterliche, neonatale Trennung) gehen tief. Es gibt Forschung, die zeigt,
dass Bindungstrauma unter anderem das natürliche Atmungsmuster, die Immunreaktionen und die
Fähigkeit des Körpers, mit Stress umzugehen, schädigen kann. (Heyda, 2013) Wenn wir durch tiefe
Empathie die Gesundheit unterstützen wollen und dabei auf Bindungstrauma stoßen und eine
Neubewertung der Beziehungen geschieht, sind häufig Veränderungen in der Atmung deutlich
sichtbar.
Aber wenn unser frühes Leben uns so beeinflusst, wie groß ist die Hoffnung auf Veränderung?
Sobald genetische Expression betroffen ist, kann sie noch geändert, insbesondere verbessert
werden? Ist Heilung auf der epigenetischen Ebene möglich? Eine zunehmende Menge an Literatur
zeigt, dass positive Veränderungen insbesondere in Bezug auf Stressregulierung möglich sind.
Einige dieser Forschungen zeigen positive Veränderungen in der Genexpression bei Menschen
(Bhasin et al, 2013).
Eine häufige Form von Entwicklungstrauma wird in der Literatur „Parentifizierung“ genannt, ein
Rollentausch, in dem Kinder für ihre Eltern sorgen. Effekte sind unter anderem, dass parentifizierte
Kinder leichter drogenabhängig werden. (Bekir, 1993) Weil die Beziehung von Mutter zu Kind so
wichtig ist und weil der Einfluss einer warmen Mutter (verinnerlichtes Selbstmitgefühl und
Selbstfürsorge) so viele andere gesundheitliche Effekte wettmachen kann, bis einschließlich den
Auswirkungen sozioökonomischer Benachteiligung, sind Transformationen auf diesem Gebiet
besonders wirksam. Moshe Szyf, ein kanadischer Epigenetiker, sagt: „Unsere Mutter ist in jede
Zelle unseres präfrontalen Kortex eingeprägt.“ (Szyf, 2013) Wenn wir es mit dem
posttraumatischen Wachstum tiefer Empathiearbeit schaffen, unsere Mütter neu zu prägen, stärken
wir unsere Gesundheit und unser Immunsystem.
Da resonantes Reflektieren und Benennen so beruhigend auf das menschliche Nervensystem wirkt,
macht es Sinn, Wege zu finden, diesen Effekt auch für die Heilung von wiederholtem Trauma
nutzen zu können. Das wiederkehrende Erleben tiefer Empathie als regelmäßige Praxis verändert
unsere internalisierten Beziehungsmuster.
In der Traumaheilung wird die Neubewertung nach einem Trauma oft als posttraumatisches
Wachstum bezeichnet, angelehnt an posttraumatischen Stress. Wir haben sowohl bei Elissa als auch
bei Don gesehen, wie tiefe Empathie dieses Stadium der Transformation ermöglicht, egal ob das
Trauma ein einzelner Vorfall oder wiederkehrend war.
Trauma: Posttraumatisches Wachstum (Neubewertung zum zweiten)
Von Menschen, die in ihren traumatischen Erfahrungen eine Bedeutung oder einen tieferen Sinn
finden, wird gesagt, dass sie ein „posttraumatisches Wachstum“ durchleben, im Gegensatz zur
bekannteren Reaktion des „posttraumatischen Stresses“. Das geschieht, wenn das Gehirn genug
Unterstützung bekommt, um aktiv beteiligt zu sein, während wir an das Trauma denken. Wenn wir
von unseren Emotionen überwältigt werden, wenn wir uns dissoziieren oder wenn wir das Trauma
in einer endlosen Schleife wieder und wieder abspulen, dann hat die linke Gehirnhälfte nicht genug
Ressourcen, um dem Geschehen Bedeutung beizumessen. Wenn das Nervensystem aus dieser
starren Hoffnungslosigkeit, dem Schrecken, der Überforderung, Verwirrung oder Dissoziation
(einer der Gründe, warum es wichtig ist, dass Menschen, die Aufstellungen anleiten, über Trauma
bescheid wissen) heraus gebracht wird, kann das Gehirn ein Zeitgefühl und ein Gefühl für ein
differenziertes Selbst in Bezug auf das traumatische Ereignis oder die traumatische Beziehung
wieder erlangen und dann kann Bedeutung gefunden werden.
Wir erkennen, wenn Menschen diese Bedeutung finden und posttraumatisches Wachstum erleben,
an folgendem: Wenn sie Dinge über das Trauma erkennen, die sie vorher nicht wussten; wenn sie
Mitgefühl für die anderen Personen spüren; oder wenn sie anfangen, über Effekte und
Konsequenzen des Traumas nachzudenken. Zum Beispiel hat eine Frau, die vergewaltigt wurde,
nicht verstehen können, wie der Vergewaltiger sie gefangen hat. Erst nach ihrem tiefen Prozess,
konnte sie sich an den Ablauf der Ereignisse vollständig erinnern. Ein anderer Mann, der für 4
Stunden in seinem Auto gefangen war und durch eine große Maschinerie „Kiefern des Lebens“
hatte befreit werden müssen, dachte immer er wäre während dieser Phase allein gewesen. Nach
seiner Aufstellung wurde ihm bewusst, dass ein Nachbar herausgekommen war und bei ihm
geblieben ist, während er gewartet hat.
Das Standard Netzwerk ändern
Wenn Menschen aufhören, ihr Gehirn in absichtsvoller Weise zu gebrauchen, zum Beispiel wenn
sie mit einer Matheaufgabe fertig sind, eine medizinische Operation fertig durchgeführt haben oder
einen Film abschalten, dann springt automatisch das an, was „Standard-Netzwerk“ genannt wird. Es
beginnt schon mit zwei Tagen und hält unser Leben lang an, dass Menschen bereits nach einer
kurzen Pause von zwei Sekunden in einer mentalen Aktivität wieder in ihre gewohnten sozialen
Gedankenmuster fallen. Dieses Netzwerk springt an, sobald wir aufwachen, es ist der Hintergrund
unserer Tagesaktivitäten, und ist bei uns, wenn wir abends einschlafen.
Es hängt von den frühen Erfahrungen mit anderen Menschen ab und davon, wie viel Trauma wir
ohne Unterstützung durchleben mussten (Bluhm et al, 2009), ob dieses Netzwerk automatisch in
einen Zustand von Selbstbeschuldigung oder Selbstbeschimpfung geht oder einen von Neutralität
annimmt oder sogar (fast undenkbar für viele von uns) einen positiven und ermunternden Ton hat.
(Oder einen Zustand, in dem andere beschuldigt werden, ohne auch nur einen bewussten
Gedanken.)
Diese unglückliche Tendenz trägt viel zum Schmerz der Menschen bei. Es ist ein Teil dessen, was
Depression, Angstzustände und viele andere Standard Diagnosen mentaler Störungen antreibt.
Wenn das Standard-Netzwerk boshaft ist, macht es eine allgemeine Unzufriedenheit und
diagnostizierte Störungen schlimmer. Es führt dazu, dass Menschen sich abwerten, grausam zu
anderen sind und bringt Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit mit sich. Wenn Menschen in den
Klauen ihrer eigenen wilden Selbst-Abscheu sind, dann können sie nicht glauben, dass jemand
anderes ihnen Wohlwollen entgegenbringt, so dass sie Schwierigkeiten haben, Beziehungen
aufzubauen und dadurch eine Isolation wahrscheinlicher machen. Die Stimmung der automatischen
Art und Weise, wie wir mit uns selbst sprechen, zu ändern, ist essentiell, um die Welt zu einem
wundervolleren Ort zu machen.
Interessanterweise können wir diese Reaktivität als unbewussten Grundzustand in uns tragen, der
unseren Cortisolspiegel hoch treibt, ohne dass wir überhaupt merken, dass es möglich wäre, sich
entspannter, gelassener und vertrauensvoller zu fühlen. Dies ist deshalb der Fall, weil die
Verbindung zwischen unseren bewusst zugänglichen angesammelten Erfahrungen (unserem
expliziten Gedächtnis) und unserer unbewussten Ansammlung von Erfahrungen (unserem
impliziten Gedächtnis) nur an der Schwelle zwischen diesen beiden besteht. Es ist so, als läge unser
implizites Gedächtnis wie ein Gletscher in uns und wir sehen nur seine Front. Wenn wir uns dieser
unbekannten Eisfläche des Unbewussten bewusst werden und uns ihr widmen, können wir nur das
sehen, was unserem Bewusstsein am nächsten liegt. Wenn wir anfangen Sprache zu verwenden, um
das zu benennen, was wir sehen, dann bricht das, was wir kennen, wie Eisberge ab und schwimmt
in das Meer unserer expliziten Erinnerungen, wodurch sich eine neue Front bildet, die uns dann für
weiteres Erforschen und Verstehen offen steht.
Dies kann sehr positiv sein, weil Menschen mit einem negativen emotionalen Stil (Menschen, die
häufig verärgert, traurig, depressiv oder gelangweilt sind) es schwieriger haben, ihr Immunsystem
in Gang zu bringen, und für sie das Risiko von Krankheiten höher ist, als für Menschen mit einem
positiven emotionalen Stil. (Barak, 2006)
Wenn wir frei von Selbstbeschuldigungen und dem Drang, andere zu beschuldigen, sind, dann sind
wir weniger reaktiv und haben mehr Wahlmöglichkeiten, sowohl in Bezug auf das, wie wir sind, als
auch darauf, was wir tun. Aus diesem Ort können wir erkennen, wie andere mit uns in Verbindung
treten wollen. Wir haben eine Neurowahrnehmung (Porges, 2004) (unsere Nerven haben einen
eigenen Wahrnehmungssinn) von Sicherheit, was die Voraussetzung dafür ist, dass wir uns in der
Welt der Menschen bewegen können. Wir haben Neugier und Interesse an anderen und wir sehen
Menschen lächeln, ihre Augen aufleuchten, wir bemerken ihre sozialen Berührungen und ihr
soziales Lachen, das uns anzeigt, dass wir dazu gehören. Diese Transformation unterstützt uns
insbesondere darin, Gemeinschaften aufzubauen und unsere Handlungen auf unseren
Leidenschaften zu basieren, auf unseren Wünschen und unserer Integrität.
Zusammenfassung: Tiefe GFK-Empathie als Beitrag zu Heilung in größerem Zusammenhang
Wie wir in diesem Artikel gezeigt haben, wurden die Auswirkungen negativer Emotionen und
stressiger Erfahrungen auf unsere Gesundheit gründlich erforscht, und die gesundheitsfördernde
Rolle positiver Emotionen und einer warmen, unterstützenden Gemeinschaft rückt momentan
zunehmend ins Blickfeld der Forschung. Entzündung, die in Zusammenhang mit negativen
Emotionen auftritt, wurde in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Arthritis,
Typ 2 Diabetes, bestimmten Krebsarten, Alzheimer’s, Gebrechlichkeit und Verschlechterung des
allgemeinen Gesundheitszustands, sowie Zahnfleischerkrankungen. Zusätzlich tragen negative
Emotionen zur Verlängerung von Entzündungen bei und verzögern die Wundheilung. (Kiecolt-
Glaser et al, 2002) Emotionaler Ausdruck und die Unterstützung durch aktive Bearbeitung haben
nachgewiesene Effekte auf das Überleben bei Brustkrebs und Melanomen. Diese Ergebnisse legen
nahe, dass emotionaler Ausdruck ein Gleichgewicht im Netzwerk der Neuropeptit-Rezeptoren und
des funktionalen Heilungssystems herstellt. (Pert, 1998)
Es gibt viele andere Quellen und Arten medizinischer Unterstützung, die Gesundheit und
Wohlbefinden befördern. Tiefe Empathie ist eine kraftvolle Praxis, langfristige Stabilität und warme
Verbindungen mit sich selbst und anderen herzustellen. Obwohl tiefe GFK Empathie bisher nicht
direkt erforscht wurde, wissen wir, dass die Ressourcen, die durch diese Arbeit gestärkt werden,
Verbindungen ermöglichen und negative Emotionen verringern und Gesundheit mit ihrem positiven
Beitrag zum Immunsystem und zur endokrinen Regulation stärken.
LITERATUR
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BIO
Sarah Peyton, Zertifierte Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation, interessiert sich sehr für die
Synthese von Interpersoneller Neurobiologie (IPNB) und wie Sprache und Erfahrungen Heilen und
Integration unterstützen. Sie veröffentlicht regelmäßig im Global Association of Interpersonal
Neurobiology Studies journal. Sarah leitet gemeinsam mit Susan Skye das GFK Tiefenempathie
Programm New Depths (www.newdepths.org), welches Menschen in bewusstere Verbindung mit
ihren eigenen Mustern bringt. Besuche ihre Website www.empathybrain.com.

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