Klaus Dieter Neander – Der Begriff Respekt bei Marshall Rosenberg

Klaus-Dieter Neander, Hamburg
Zusammenfassung
Menschliche Kommunikation ist ohne Zweifel essentiell für das Miteinander und gerade in
den helfenden Berufen unverzichtbar: etwa in der Palliativversorgung oder bei Demenzerkrankten,
bei Bewusstlosen und Sprachbehinderten, aber auch im Team zwischen den
Mitarbeiter_innen und in Gesprächen mit Vorgesetzten und Nachgeordneten. Gerade den
Mitarbeitenden in den Pflegeberufen wird dabei ein hohes Maß an „Empathie“ abverlangt
(Altmann 2015: 5). In den Kommunikationstheorien wird (nach Habermas) von der
„kommunikativen Kompetenz“ gesprochen, die als „Fähigkeit (bezeichnet wird), engführte
Sätze angemessen in Situationen zu verwenden.“ (Habermas 1972, vgl. auch ausführlicher
Reichertz 2009)
Ohne eine gelingende Kommunikation sind Beziehungen nicht zu führen, entstehen keine
Freundschaften, lassen sich zwischenmenschliche Probleme nicht lösen.
Das hier kurz zu skizzierende Modell der gewaltfreien Kommunikation (GfK) habe ich gewählt,
weil ich mich seit 2014 in der Trainerausbildung befinde und in Trainerkursen als
Assistent meine Kompetenzen zu erweitern suche. In meiner Berufstätigkeit als Pflegedienstleiter
eines ambulanten Intensivpflegedienstes versuche ich zudem mit meinen
Mitarbeiter_innen nach den Prinzipien der GfK zu kommunizieren und trainiere alle Mitarbeiter_
innen darin.
GfK ist allerdings nicht nur eine „Methode“, sondern vor allem eine „Haltung“. „Auf einer
tieferen Ebene ist sie eine ständige Mahnung, unsere Aufmerksam in eine Richtung zu
lenken, in der die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir das bekommen, wonach wir suchen.“
(Rosenberg 2013: 23) Rosenberg legt Wert darauf, dass „das Wesentliche des GfK
sich in unserem Bewusstsein (abspielt) und nicht in den tatsächlichen Worten, die gewechselt
werden. (Rosenberg 2013: 26, vgl. auch: Baumgartner, O’Connor, Thalheim
2015: 16) Altmann (Altmann 2015: 52) weist daraufhin, dass dieses „Bewusstsein“ eine
„spezifische Auffassung von Empathie (in der Gewaltfreien Kommunikation) (darstellt),
die von der gängigen Sichtweise der Psychologie abweicht (…).“ Nach Ansicht von Altmann
wird der Begriff „Empathie“ im kommunikativen Prozess benutzt, um sich als
„aufmerksam, achtsam und bewusst (…) zu charakterisieren, anstatt die innerpsychischen
Prozesse z.B. eines Persönlichkeitsmerkmals zu beschreiben. Empathie ist hier also
vielmehr als Haltung im zwischenmenschlichen Kontakt zu verstehen.“

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