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Wir treffen uns in der Schule – Jenseits von Anpassung und Widerstand

Von Christiane Welk

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

durch einen Kopierfehler ist in der gedruckten Ausgabe der Zeitschrift “Empathische Zeit” der Hinweis auf die Zitate verloren gegangen, die Christiane Welk in ihrem Artikel verwendet hat. Der guten Ordnung halber hier der komplette Text mit dem Hinweis auf die Quellen im Anschluss.

A People Place

Wenn dies nicht ein Ort ist,
an dem Tränen verstanden werden
wo gehe ich dann hin, um zu weinen?
Wenn dies nicht ein Ort ist,
an dem meine Gedanken Flügel bekommen können
wo gehe ich dann hin, um zu fliegen?
Wenn dies nicht ein Ort ist,
an dem meine Fragen gestellt werden können
wo gehe ich dann hin, um zu suchen?
Wenn dies nicht ein Ort ist,
an dem meine Gefühle gehört werden
wo gehe ich dann hin, um zu sprechen?
Wenn dies nicht ein Ort ist,
an dem ich akzeptiert werde so wie ich bin
wo kann ich hingehen um zu sein?
Wenn dies nicht ein Ort ist,
an dem ich lernen und wachsen kann

wo kann ich einfach ich sein?

(nach William J. Crockett)

Dieses mich so berührende Gedicht habe ich in einem Seminar mit Marianne Göthlin kennen gelernt und mir wurde bewusst: ja, so will ich Schule haben!
Als einen Platz, an dem Kinder in Ruhe wachsen, ihre Fragen stellen, ihre Gefühle ausdrücken und leben, mit ihren Gedanken spielen und sich neue Horizonte erarbeiten, ein Platz, an dem sie einfach sein können wie sie sind.

 

„Traditionell hat die Schule keine Sprache gefördert, die dazu dient, unsere subjektive, innere Welt, unsere Gefühle, Bedürfnisse auszudrücken. In der Praxis war das Lehren mehr auf Anpassung und Gehorchen ausgerichtet, ohne in Betracht zu ziehen, was die Schülerinnen und Schüler und ebenso die Lehrerinnen und Lehrer fühlen und brauchen. Heute, wenn die Lehrpläne betonen, dass die Lehrenden auf die Bedürfnisse der Lernenden eingehen sollten, fehlt sowohl den Lehrenden als auch den Lernenden die Sprache, um ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen. Wie schaffen wir Raum im Klassenzimmer, der es jeder Schülerin und jedem Schüler und jeder Lehrerin und jedem Lehrer erlaubt, ein denkendes und fühlendes menschliches Wesen mit dem Bedürfnis nach Respekt und Gleichwertigkeit zu sein?
Wenn die Beziehungen und die Zusammenarbeit gut funktionieren, brauchen wir nicht so viel darüber nachzudenken, was wir sagen. Wenn wir jedoch einem Konflikt gegenüber stehen, dann ist es eine Notwendigkeit: Je gespannter die Situation, desto wichtiger wird die Sprache und die Haltung gegenüber dem anderen.“1 Weiterlesen

Where we learn and grow together

“Where we learn and grow together”
By Johan Rinman

JohanRinman_Malin Huusmann_04When I first started to give NVC-based workshops in high schools in Sweden I would often ask my students afterwards: “What did you learn from the workshop?” I kept waiting for someone to say: “I learned how to express my observations, feelings, needs and requests. And I learned how to be more aware of other people’s observations, feelings, needs and requests.” I waited and waited, but I never heard anyone say this. Instead, my students would say things like: “I learned that it is important to be yourself.” or “I learned not to judge other people.” I was really happy to hear this, and yet I was somehow feeling uneasy with these answers. Did my students really “get” NVC?

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Liv Larsson & Katarina Hoffmann: Cracking the Communication Code

Cracking the Communication Code

GFK2014-134KProbably most people implementing NVC in different ways – workshops, traditional teaching, articles and books – have been struggling with explaining some of the so called “Key Differentiations”.Clarity on the key differentiations is part of CNVC certification process. Marshall presented the idea of key differentiations to help clarify why he suggest that we put our focus on communicating certain things. He claimed that it is easier to understand something unknown to us if we compare it to something we know.
The challenge with comparing is that we so often do it in a moralistic way, making what we compare either right and wrong. For example we might start believing that it is right to feel and wrong to think. Or that it is right to observe and wrong to evaluate,(forgetting that in that very moment we are evaluating. We might say that ”there is no such a thing as right or wrong. And if someone protests against if we get into an argument about who is right.  Weiterlesen